Swiss Center for Flourishing in Medicine

Medizin, in der man aufblühen kann, nicht bloss überleben.

SCFiM ist ein schweizweites Netzwerk von Lehrenden, Forschenden sowie Klinikerinnen und Klinikern, das Ärztinnen, Ärzte und Medizinstudierende unterstützt, zu gedeihen — in der Klinik und zu Hause.

Participants sitting in the garden

Eine Frage, bevor Sie weiterlesen

«Die Medizin hat Sie trainiert, durchzuhalten — und dieses Durchhalten hat Sie bis hierher gebracht. Was, wenn das nur die halbe Ausbildung war?»

young woman in a grey jumper, seated by a window with her chin on her hand, houseplants on the sill, a mug beside her,

Unsere Mission

Wir fördern eine medizinische Kultur, die in Achtsamkeit, (Selbst-)Mitgefühl und (Selbst-)Reflexion gründet damit jene, die für andere sorgen, auch für sich selbst sorgen können.

Flourishing ist mehr als Burnout-Prävention. Es geht um die Lebensqualität des Menschen bei der Arbeit und zu Hause und um die Qualität der Beziehung zwischen Behandelnden und Patientinnen und Patienten.

Die medizinische Ausbildung vermittelt das Wissen und Tun des Berufs: Diagnose, Verfahren, Richtlinie. Nur selten vermittelt sie das Sein einer Ärztin oder eines Arztes — etwa, wie man auch beim fünfzehnten Konsultationsgespräch aufmerksam bleibt, unter Druck gut entscheidet, Leid begegnet, ohne es in sich aufzunehmen, und über eine vierzigjährige Laufbahn hinweg Sinn in der Arbeit bewahrt.

Das sind trainierbare Kompetenzen, keine Persönlichkeitsmerkmale. SCFiM besteht, um sie zu vermitteln und in die medizinische Ausbildung selbst einzubauen, damit die nächste Generation sie sich nicht auf die harte Tour aneignen muss.

Fortgeschrittene, akkreditierte Ausbildung in Aufmerksamkeit, Präsenz und Urteilsvermögen unter Druck.

Entwickelt mit praktizierenden Ärztinnen und Ärzten und vermittelt von Peers, die selbst Medizin praktizieren: Das Mindful-Practice-Curriculum, auf dem unsere Programme aufbauen, zeigte in einer in JAMA veröffentlichten Studie (Krasner et al., 2009), dass es Burnout reduziert und Empathie bei Hausärztinnen und Hausärzten steigert.

Was wir tun

Drei Wege zu einer menschlicheren Medizin

Von mehrtägigen Programmen über die Gestaltung von Curricula bis zur Forschung – alles mit dem Ziel, dass Klinikerinnen und Kliniker gedeihen.

Programme

Mehrtägige, ISFM/SIWF-anerkannte Residenzprogramme für praktizierende Ärztinnen und Ärzte, aufgebaut um achtsame, mitfühlende Praxis:

  • AIKAAufblühen im klinischen Alltag (Deutsch)
  • PACSPrésence au cœur du soin (Französisch)

Lehre & Curriculum

Wir bauen diese Kompetenzen in die medizinische Ausbildung selbst ein — von einem Mind-Body-Medicine-Kurs für Studierende bis zur reflektierten Praxis als Teil der beruflichen Identität —, damit Wohlergehen nicht mehr vom individuellen Heldentum abhängt.

Forschung

Was Klinikerinnen und Kliniker wirksam und widerstandsfähig macht: Achtsamkeit und klinisches Denken, Burnout- und Sinn-Verläufe bei jungen Ärztinnen und Ärzten, die existenziellen Dimensionen ärztlicher Arbeit, KI und ärztliche Identität.

Warum das jetzt zählt

Der Wille zu sorgen ist da.
Die Ausbildung nicht.

In einer WHO-Befragung von über 90'000 Gesundheitsfachpersonen in Europa (2025) beschrieben drei von vier Ärztinnen und Ärzten ihre Arbeit weiterhin als zutiefst sinnvoll — während sie fünfmal häufiger über depressive Symptome berichteten als die Allgemeinbevölkerung.

Nicht alle brennen aus. Manche werden einfach flach — kompetent, effizient, respektiert, und fragen sich still, wann die Arbeit aufgehört hat, etwas zu bedeuten. Auch darum geht es hier.

Das ist kein Randproblem einiger weniger Zerbrechlicher. Es ist das vorhersehbare Ergebnis einer Ausbildung, die alles lehrt — ausser, wie man den Beruf trägt. Und es ist auch ein Leistungsproblem, nicht nur ein persönliches: Erschöpfte Ärztinnen und Ärzte machen mehr Fehler, entscheiden schlechter und verlassen den Beruf früher.

Faire Arbeitsbedingungen sind unverzichtbar — und sie befreien uns nicht von einer zweiten Aufgabe. Feuerwehrleute werden ausgebildet, Brände zu bekämpfen und sich selbst zu schützen; dieses Training ist Ausrüstung, keine Schwäche. Die Medizin schuldet ihren Ärztinnen und Ärzten dasselbe.

3 von 4

erleben ihre Arbeit als zutiefst sinnvoll

5x

häufiger depressive Symptome als die Allgemeinbevölkerung

1 von 10

hatte Suizidgedanken

Quelle: WHO-Befragung von über 90'000 Gesundheitsfachpersonen in Europa, 2025.

★ Flourishing in Medicine
Center of Excellence

SCFiM wurde von der University of Rochester School of Medicine and Dentistry als Flourishing in Medicine Center of Excellence ausgezeichnet, mit Wirkung zum 1. Februar 2025 — eine Anerkennung, die SCFiM mit Zentren in Calgary, Kansas City, Melbourne und Singapur teilt.

Angesiedelt an der Medical Education Unit der Universität Freiburg.

Programme anerkannt von ISFM, der Weiterbildung UniFR und INAMI (Belgien). Entwickelt mit Rückmeldungen von Klinikerinnen und Klinikern und vermittelt von Peers — von jungen Klinikerinnen und Klinikern bis zu erfahrenen Lehrenden.

Sie müssen nicht in einer Krise stecken, um hier richtig zu sein.

Die meisten Teilnehmenden sind es auch nicht. Es sind engagierte Klinikerinnen und Kliniker, die es bleiben wollen — manche neugierig, manche flach, manche müde, manche einfach wegen der Fortbildungspunkte hier. All das sind Gründe genug.

Bevor Sie gehen

«Sie pflegen Ihr Wissen, Ihre Fertigkeiten, Ihre Zertifizierungen. Wer pflegt die Ärztin oder den Arzt?»

Mitmachen

Trainieren Sie den Teil, den Ihre Ausbildung vergessen hat.

Kommen Sie wegen der Fortbildungspunkte, der Kolleginnen und Kollegen oder der Frage, die Sie vor sich hergeschoben haben. Die Programme finden auf Deutsch (AIKA) und Französisch (PACS) statt; Lehr- und Forschungskooperationen sind das ganze Jahr über offen. Sie müssen sich nicht sicher sein — ein Artikel, ein Gespräch, ein einzelner Kurstag: Hier öffnet sich jede Tür langsam.

articipants walking through the corridor of Kloster Fischingen